Wohnratgeber

Minimalismus Wohntrend

Minimalismus. So ein großes Wort für eine im übertragenen Sinne kleine Sache. Denn Minimalismus bedeutet wenig, weniger, am wenigsten. Der neue Wohntrend.

Minimalismus ist ein eigentlich zu großes Wort, wenn man bedenkt, worum es dabei geht: Wir nehmen nur, was absolut notwendig ist. Schlicht, kahl und geradlinig muss sein, worin wir wohnen. Unser Heim. Gestern wedelte mir ein neuer IKEA Katalog in den Briefkasten und während ich früher mit einer Tasse Tee mädchenlike vor den glänzenden Papieren saß, finde ich heute nur noch wenig, was ich mir gern kaufen würde. Alles ist nämlich minimalistisch. Nichtssagend.

Wo sind nur die bunten Farben geblieben? Wo die Verschnörkelungen, die Blümchen, die Kurven? Alles ist eckig, einfarbig und sperrig. Schlicht ist ohnehin alles und kahl. Das ist jetzt nämlich „in“ und wird im Katalog euphemistisch mit „gemütlich“ beschrieben. Ich find ja große flauschige, bunte Decken gemütlich. Warme Herbsttöne. Ein wenig Chaos. Wärme. Sowas find ich gemütlich, nicht aber kantige, schwarze Tische, die wie klaffende Maulsperren im Wohnzimmer auf´s Fresschen warten.

Und auch, wenn ich die Wohnungen mit klobigen Möbeln von Freundinnen schaue, fällt mir auf: weniger ist offenbar mehr! Das mag ja für viele Weisheiten des Lebens stimmen, aber für unsere Wohnungen? Ich jedenfalls finde Minimalismus in unserer Wohnung einfach blöd und bleibe bei bunten Farben, vielen Details, gemütlichen Verschnörkelungen und einer verspielten, warmen Atmosphäre. So. Ätsch! 😉

3 Kommentare

  1. Minimalismus ist dieses Jahr ganz groß was die Einrichtung anbetrifft und ich liebe es.
    Natürlich ist es nicht für jeden Menschen gedacht und weiß Gott können sich nur wenige damit anfreunden.
    Ich kenne diesen Stil noch von meinen Eltern. Sie haben Anfang der 70ziger Jahre ein Haus im Bauhausstil gebaut und konsequent diesen Stil auch gelebt.
    Von der Möbel über das Geschirr, von der Dekoration bis zur Kleidung war weniger halt auch immer weniger mehr.
    Jetzt da ich selbst ein Haus im Bauhausstil bewohne kam natürlich nichts anderes in Frage als minimalistisch Eingerichtet zu sein. Und ich liebe es noch immer. Wir haben nur das nötigste und alles ist klar hell und sachlich. Wenn das Wohnen so sehr klar und aufgeräumt ist ist es auch der Kopf.
    Für mich käme nie ein Bauernhaus eingerichtet mit floraten Mustern oder eine Judendstilvilla mit Stuckdecken und schweren Möbeln in Frage.
    Wohnen ist halt immer persönlich und nicht jede Persönlichkeit kann im Minimalismus leben.
    Ferner ist es doch auch so das man nicht jedem Trend hinterher laufen muß.
    Ich bin nun 38 Jahre alt und habe meinen Stil gefunden mit dem ich sehr glücklich bin.
    Und ich denke wer immer nur dem nächsten Trend hinterher läuft wird nie seine wahre Erfüllung finden und als Persönlichkeit gefeistigt sein.

  2. Zitat:
    Und ich denke wer immer nur dem nächsten Trend hinterher läuft wird nie seine wahre Erfüllung finden und als Persönlichkeit gefeistigt sein.

    Das finde ich jetzt aber ein bisschen überheblich…

    Nur weil man nicht minimalistisch leben will oder einem sehr strenge Möbel nicht gefallen läuft man jedem Trend hinterher?
    Hä?
    Und eine Jugenstilvilla mit Stuckdecken hat ja nun nix´ mit einem Trend zu tun sondern ist ein zeitloser Klassiker und zudem ein ziemlich schöner und lebendiger.

    Und an einem wirklich schönen alten Bauernhaus gibt´s auch nix´auszusetzen, denn da kann auch nicht jeder drin wohnen ;-).

    Wichtiger als einen Haufen langweiliger 0815 Lösungen finde ich sind einfach alle möglichen Dinge die z.B. handgemacht/designt sind und eine gewisse Wertigkeit vermitteln und da finde ich es reichlich egal ob minimalistisch oder opulent.

    Davon ab ist man in seiner Persönlichkeit gefestigt wenn man weiß was man will und Verantwortung übernimmt, Liebe schenkt und eben kein oberflächliches Leben führt – da spielt die Möbelauswahl eher eine nicht so wichtige Rolle bei.

    Aber nun jut ich mag es weder vollgestellt noch allzu minimalistisch….muss ich jetzt an meiner persönlichen Reife arbeiten 😉 ?

    Ich mag meinen Stil und meine 4 Wände, sonst muss das keiner.

    PS.: Laß´dir deine Liebe zu floralen Mustern nicht nehmen, denn das ist deine Persönlichkeit und nix´anderes ist wichtig!

  3. Hej!
    Zuerst einmal oute ich mich: Ich besitze IKEA-Möbel. Und zwar die einfachsten Stücke.

    Aber dezent lackiert und vor eine in sanften Tönen gehaltene Wand gestellt – das gefällt mir.

    Ich kenne auch mit IKEA-Zeugs gefüllte Wohnungen und Zimmer, die allesamt so stumpf-tote Tische, Regale und Schreibtische bereit halten – zum Weglaufen ist das! Aber manchmal passt das zu den Bewohnern 😉

    Denke, man kann mit so ziemlich allem, was Behagliches zaubern.

    Grüßle

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