Minimalismus Wohntrend
Minimalismus. So ein großes Wort für eine im übertragenen Sinne kleine Sache. Denn Minimalismus bedeutet wenig, weniger, am wenigsten. Der neue Wohntrend.
Minimalismus ist ein eigentlich zu großes Wort, wenn man bedenkt, worum es dabei geht: Wir nehmen nur, was absolut notwendig ist. Schlicht, kahl und geradlinig muss sein, worin wir wohnen. Unser Heim. Gestern wedelte mir ein neuer IKEA Katalog in den Briefkasten und während ich früher mit einer Tasse Tee mädchenlike vor den glänzenden Papieren saß, finde ich heute nur noch wenig, was ich mir gern kaufen würde. Alles ist nämlich minimalistisch. Nichtssagend.
Wo sind nur die bunten Farben geblieben? Wo die Verschnörkelungen, die Blümchen, die Kurven? Alles ist eckig, einfarbig und sperrig. Schlicht ist ohnehin alles und kahl. Das ist jetzt nämlich “in” und wird im Katalog euphemistisch mit “gemütlich” beschrieben. Ich find ja große flauschige, bunte Decken gemütlich. Warme Herbsttöne. Ein wenig Chaos. Wärme. Sowas find ich gemütlich, nicht aber kantige, schwarze Tische, die wie klaffende Maulsperren im Wohnzimmer auf´s Fresschen warten.
Und auch, wenn ich die Wohnungen mit klobigen Möbeln von Freundinnen schaue, fällt mir auf: weniger ist offenbar mehr! Das mag ja für viele Weisheiten des Lebens stimmen, aber für unsere Wohnungen? Ich jedenfalls finde Minimalismus in unserer Wohnung einfach blöd und bleibe bei bunten Farben, vielen Details, gemütlichen Verschnörkelungen und einer verspielten, warmen Atmosphäre. So. Ätsch! ![]()
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