Wohnratgeber

Werbung in der Wohnung

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und sie werden trotzdem immer wieder kommen: unangenehme Werbeleute vor der Haustür.

Sonntag Morgen. Acht uhr. DiiiiiingDong. Vorsichtig öffne ich die Luke eines meiner Augen, gleißendes Sonnenlicht überflutet meine noch verschlafenen Sinne. Ich klappe die Luke wieder zu. Räkele mich. Drehe mich seufzend zur Seite. DiiiiiiiiingDong. Wieder Luke aufgeklappt. Herz beginnt zu rasen, vor Wut. Meine Fingernägel krallen sich in die Bettdecke. DiiiiiiingDong. Ach,*******! Aufstehen. Bademantel umschwingen, zur Haustür latschen.

„Wer ist da?“
„Ja, einen wunderschönen guten Morgen! Wir sind von einer sehr gemeinnützigen Einrichtung und wollen Ihnen nur ganz schnell ein paar Fragen stellen.“
„Hmmmm.“
„Dürfen wir reinkommen?“
„Hmmmmmmmmmmm. Worum geht´s denn?“
„Ja, also. Das ist so.“

Es folgt ewiges Geschwafel, einlullendes Lächeln, während mein Kaffeeautomat in Rekordschnelle Kaffee brüht und ich auf meinem Sofa drei hübsch zurecht gemachte Jungchen sitzen habe, die mir erzählen, wie toll sie sind, weil sie hier jetzt sitzen, Kaffee trinken und mich aufklären, anstatt auf einem Rettungswagen Richtung Rettungseinsatz zu sitzen und dort zu tun, was ein Rettungssanitäter ja eigentlich tun sollte.

Nach einer Stunde wird ein zerknülltes Papierchen heraus gekramt und die harmlose Frage:
„Ihr Name, bitte? Wie wird der buchstabiert?“, lässt mich eine Augenbraue hochziehen.
„Wozu wollen Sie denn meinen Namen dort eintragen?“
„Na, damit wir für die Weihnachtsverlosung noch wissen, wer sich alles mit uns unterhalten hat!“, lächelt der Bursche unschuldig, während der andere ungeduldig mit den Stiefelspitzen wippt und mir dabei den Teppich und die Einrichtung einsaut.
Ich runzele die Stirn: „Kann ich den Wisch mal sehen?“
Ich greife nach dem Papier, Jungchen hält es fest, ich greife energischer, Jungchen hält energischer fest.
„Kann-ich-das-mal-sehen-bitteschön?!“, japse ich und reiße ihm das Papier aus den Händen, ein Fetzen reißt ab und bleibt in seiner geballten Faust hängen.

Das Papierchen erklärt in einem langen Impressum, das ich mich hiermit bereit erkläre, jeden Monat fünfzig Euro für die sehr gemeinnützige Einrichtung zu spenden. Dafür würde ich auch einen ganz tollen Plastikausweis erhalten, mit dem ich ganz sicher überhaupt nichts anfangen kann. Aha. Ich schmeiße die Burschen via „Do it Yourself“ raus.

Kennt ihr das? Ungebetene Werbefuzzies, die in eure heilige Wohnung spazieren und euch in euren eigenen vier Wänden ausbeuten wollen? Ich bin seitdem immer sehr vorsichtig mit dem Öffnen der Haustüre, denn immerhin sind es ja meine vier Wände und wenn ich mich nicht einmal in denen sicher und geborgen fühlen kann, wo denn dann?

Wie seht ihr sowas? Was sind eure Erfahrungen? Die Zeugen Jehovas machen sowas übrigens auch. Und haben sogar noch eine offizielle Webseite…

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