Wohnratgeber

Wohnaccessoires und Dekorationen: Weniger ist mehr

Wir können eine Wohnung, ein Haus mit den ausgesuchtesten Möbelstücken einrichten: Und oftmals scheint dennoch etwas zu fehlen. Diese Lücke kann durch das gefüllt werden, was man üblicherweise unter den Begriff Wohnaccessoires und Dekoration fasst. Damit berühren wir ein nahezu unerschöpfliches Thema.

Ebenso unüberschaubar ist die Menge der Dinge, die angeboten wird. Und die Tipps und Ideen, wie das eigene Zuhause durch dieses schmückende Beiwerk noch schöner, stilvoller, eleganter, puristischer, harmonischer oder extravaganter werden könnte, lassen den Einen oder Anderen oft doch ratlos zurück. Welche dieser Anregungen – und welche Wohnaccessoires – durchaus eine Bereicherung sein können und welche weniger, hängt nicht zuletzt vom (Geschmacks-) empfinden des Betrachters ab – unabhängig davon kann schmückendes Beiwerk und gezielte Dekoration viel Gutes und auch das Gegenteil bewirken. Und: Nicht alles müssen Sie kaufen.

Notwendig, nützlich, schmückend – oder gar überflüssig?

Das Wort Accessoire kommt aus dem Französischen und wird unter anderem mit Beiwerk, Requisit übersetzt. Das Wort Dekoration hat seinen Ursprung im Lateinischen und beinhaltet – wie auch das französische Wort „décoration“ – das Ausschmücken, Ausstaffieren – und an dieser Stelle wird deutlich, dass sowohl das Eine, wie auch das Andere etwas sind, das dem Vorhandenen und Wesentlichen hinzugefügt wird. Angesichts ganz verschiedener Wohnkonzepte darf man dann an dieser Stelle in tiefes Nachdenken verfallen, um zu für sich zu klären, was und ob man/frau das tatsächlich braucht. Wer sich dem Accessoire und der Dekoration verpflichtet fühlt, darf wählen: Aus dem riesigen Fundus der Wohnaccessoires und Dekorationsmöglichkeiten. Dabei sollten Sie sich darüber Gedanken machen, welche Funktion das Accessoire und die Dekoration hat – und Dinge, die gar keine Funktion haben, an allerletzter Stelle auf Ihrem inneren Einkaufszettel notieren. Denn die gerne als „Steh-im-Weg“ bezeichneten Gegenstände, deren einzige Funktion darin besteht, dass Sie sie regelmäßig abstauben müssen, erhöhen weniger die Wirkung Ihrer Einrichtung – umso mehr aber Ihren Arbeitsaufwand. Spätestens an dieser Stelle ist es von Bedeutung, zu hinterfragen, was das Accessoire, die Dekoration, für unser Wohnerlebnis tun kann und soll. Als schmückendes Beiwerk können Wohnaccessoires dem Raum einen noch individuelleren Anstrich geben. Sie können Gestaltungselemente wiederholen, aufgreifen und so korrigierend oder akzentuierend wirken. Sie können die Nutzung des Raumes erweitern, verändern – denn Wohnaccessoires und Dekorationen sind keine festen Einbauten, sondern bewegliche „Zutaten“, die das Vorhandene variieren – Requisiten, die momentanen Bedürfnissen entsprechen: So kann eine ganz puristische Einrichtung – mit modernen Möbelstücken in sachlichen Grautönen und weißen Wänden – durch die gezielte Ergänzung mit anders farbigen Wohnaccessoires und Dekorationselementen eine vollkommen andere Atmosphäre bekommen: Die Gardinen, eine Decke auf dem Sofa, ein Teller und eine Tasse, eine Schale mit Gebäck in leuchtendem Rot oder kühlem Meerblau sind Gestaltungselemente, die nicht künstlich in Ihrer Einrichtung wirken: Denn sie sind nützlich und verweisen auf die besondere Vorliebe des Bewohners. Dabei können Sie auch ganz gezielt eingesetzt werden, um den Blick von kleinen Mängeln ab- und auf Schönes hinzulenken. Das rot oder blau eingebundene Buch auf dem weißen Tisch kann wunderbar den Farbton der Schiebegardine vor dem Fenster zitieren. Wenn aber schon drei Bücher und noch sieben andere gleichfarbige Elemente verteilt werden, neutralisiert sich die Wirkung: Auch für die Dekoration Ihrer Einrichtung gilt also das Prinzip „Weniger ist mehr“. Viele, in einer Farbe bezogene Bodenkissen können zahlreiche Gäste zum Verweilen einladen und farblich passende Kerzen sorgen für eine besondere Atmosphäre. Am nächsten Morgen verschwindet alles in einem Schrank und macht Platz für neue Requisiten. Und auch für Neues, das Sie nicht unbedingt kaufen müssen.

Accessoires und Dekoration: Die Auswahl am Wegesrand

Vieles wird uns angeboten, um Einrichtungskonzepte zu vervollkommnen – und das ist auch gut so – die Zeit ist oft knapp. Dabei „liegt das schmückende Beiwerk oft auf der Straße“, oder wächst an Wegesrand: Es muss nicht der Blumenladen um die Ecke sein, in dem Sie regelmäßig die Blumen für Ihre Wohnung kaufen. Bei einem entspannenden Spaziergang durch die Straßen in Ihrer Wohnumgebung warten unzählige Wildblumen darauf, auch einmal eine bewunderte Blume in einer Vase zu sein – in der Farbe, in der Sie es wünschen. So tun Sie nicht nur Ihrer Wohnung, sondern auch sich selbst etwas Gutes. An Seeufern und Flussläufen findet man schöne Holzstücke und Steine, vom Wasser geformt – als Schalen, für Kerzen, oder auch als von der Natur geformtes Kunstobjekt ein Blickfang, der in keinem Möbelhaus erhältlich ist. Alte Ziegelsteine können als tragendes Element für ein Regal dienen, oder nur ein Brett tragen – auf dem das Gefäß mit dem Wildblumengesteck steht. Geschnittene Äste lassen sich zu geordneten oder bizarren Gebilden arrangieren und nehmen – mit etwas Sprühlack – die Farbe an, die Sie gerade vorziehen.

Erlaubt ist, was gefällt – aber zurückhaltend

Wohnaccessoires und Dekoration sind Beiwerk, dass zurückhaltend und gezielt Einsatz finden sollte – jedes Zuviel nimmt dem Raum und sich selbst die Wirkung und Aussagekraft. Der große Fundus, aus dem man wählen kann, ist oft verführerisch genug. Und wer auswählt, sollte durchaus immer wieder in tiefes Nachdenken verfallen und sich fragen: Ist „es“ notwendig, nützlich, schmückend – oder gar überflüssig – das ist einer von vielen Wegen, Wohnraum und Einrichtung individuell zu dekorieren und zu akzentuieren.

IMG: Jürgen Fälchle – Fotolia

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