Wohnratgeber

Große Häuser sollten von vielen Menschen bewohnt werden – damit aus einer Wohnung/einem Haus auch ein Zuhause wird

Die Weihnachtsfeiertage sind um und hoffentlich habt ihr alle die besinnlichen Tage erholsam überstanden 😉 . Ich wurde derweil auf den Gedanken gebracht, dass bei schönem Wohnen nicht nur die Einrichtung wichtig ist.

Ich bin ja in einem großen Bauernhaus groß geworden. Viele große Räume mit dunklem Parkettfußboden, welches unter den Füßen knarzt, egal, wie vorsichtig man darüber hinweg schleicht.
Ein schiefer, altersschwacher Balkon und ein feuchtes Kellergewölbe. Das Haus ist mindestens 100 Jahre alt, gefühlt ,,riesengroß“ 😉 und wird von zwei Menschen alleine bewohnt. Meinem Vater und seiner Partnerin.

Deshalb wirkt es oft wie ein großer Klotz in einer grünen Landschaft. Die Einsamkeit steckt unter der Tapete und klebt an den Wänden wie krank machender Schimmelpilz. Okay, ganz so schlimm ist es natürlich nicht, tatsächlich haben es sich die beiden gemütlich eingerichtet, aber ein großes Haus ist erst dann gemütlich, behaglich und ein richtiges Zuhause, wenn es auch bewohnt wird.
Ich glaube, die Seele von gerade alten Häusern wird immer unterschätzt!

Über Weihnachten also hatten wir viel Besuch. Meine Brüder waren da, die Kinder der Partnerin und Rest-Familie. Wir haben uns in den Zimmern gedrängt und in Schlafsäcken geschlafen, zerwühlte Koffer lagen herum und Geschenkpapier steckte zwischen den Sofa-Ritzen. Das ansonsten penibel aufgeräumte Haus, quillte über vor chaotischem Übermut und gemütlichem Dreck. ,,Wir sind hier auf dem Land, Mami! Lass die Brotkrümel also einfach liegen!“ So die Freundin meines Herrn Papas zu ihrer eigenen, verblüfften, Mutter.

Und plötzlich war die Einsamkeit wie weggeputzt und das Haus strahlte keine Klobigkeit, sondern einladende Wärme aus. Kinder tobten durch das Treppenhaus und die Möbel wurden auch benutzt – und standen nicht nur als unnütze, dekorative Staubfänger herum. Überhaupt Dekoration – am besten ist doch die, die gleichzeitig auch funktional ist. Kerzen brannten herunter – und zwischenzeitlich auch einmal der Weihnachtsbaum. Aber alles in allem haben wir viel Spaß gehabt und uns abends alle zusammen gern vor dem prasselnden Kamin-Feuer gemütlich gemacht. Dafür sind Häuser da. Das ist ein Zuhause. Keine Dekoration oder Einrichtung der Welt – und ist sie noch so schön – kann diese Ruhe ausstrahlen, diese Behaglichkeit daher zaubern und die Seele des Hauses beflügeln 😉 .

,,Nie wirst du zuhause sein, wenn du keine Freunde, keine Gäste hast!“ Hat ja schon Grönemeyer gesungen. Eine schöne Wohnung ist eben nicht mal halb so schön, wenn niemand sie sehen, benutzen und beleben kann.

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