Möbel

Das Stehpult ist zurück

Goethe wusste es zu schätzen. Hemingway auch. Zwei große Geister können nicht irren. Sie schworen auf ihr Stehpult. Jetzt entdecken immer mehr Schreibarbeiter das vergessene Möbel.

Die medizinische Wahrheit zuerst: Im Stehen wird das Gehirn besser durchblutet – um bis zu unfassbare 20 Prozent mehr. Vielleicht war das ein Grund für die gigantische Produktivität des Weimarer Geheimrates Johann Wolfgang von Goethe. Der Großwildjäger Ernest Hemingway hatte vom vielen Alkohol ohnehin einen ständigen Blutrausch im Hirn. Wahrscheinlich bot das Pult dem schriftstellernden Hünen oft Halt.

Auch von anderen Dichtern und Denkern ist das Dichten und Denken am Stehpult überliefert. Doch allgemein ist das Möbel den meisten Menschen nur aus Parlamenten, Universitäten und Vortragssälen bekannt. Eine weitere medizinische Tatsache jedoch beschert dem Stehpult ein Comeback als Wohntrend. Oder sollte man besser sagen, überhaupt den ersten großen Auftritt? Schließlich war ja nie richtig weg, weil es nie wirklich da war. Aber jetzt!

Unsere kaputten Rücken sind Schuld. Wir ruinieren unsere Wirbelsäulen und Bandscheiben durch das verfluchte stundenlange Sitzen an Schreibtischen in schicken oder weniger schicken Büros. Stehen hingegen entlastet das Gerüst, wie Ärzte behaupten.

Allerdings soll man es auch hier nicht übertreiben, denn ununterbrochenes Stehen sei für den Rücken auch keine Schonung. Am liebsten hat es der Rücken, wenn er abwechselnd belastet wird. Optimalerweise steht man in einer Stunde 10 oder 15 Minuten, flaniert sodann ein bisschen im Büro auf und ab und sitzt dann wieder eine Weile. Natürlich sollte man mit oder ohne Stehpult seinem Rücken eine Schulung angedeihen lassen.

Und wo bekommt man nun dieses Wundermöbel her? Der gut sortierte Fachhandel und auch Möbelhäuser führen mittlerweile Stehpulte im Programm. Wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann man freilich ein exklusives Stehpult bei Manufaktum erwerben. Noch raffinierter ist allerdings das Original. Goethes Pult kann man sich von einer Thüringer Möbelwerkstatt nachbauen lassen. Dann klappts bestimmt auch mit dem Dichten.

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